Wie wirken die einzelnen Stoffe:
Beim Tee beeinflusst das Koffein im
Unterschied zum Kaffee nicht Herz und Kreislauf, sondern es erhöht die Durchblutung und den Stoffwechsel des Gehirns und wirkt somit direkt auf das Gehirn und das zentrale Nervensystem. Deshalb hat Tee einen günstigen Einfluss auf geistiges Arbeiten und den Ruf als Gelehrten- und Intellektuellengetränk.Die Zen-Mönche verwendeten Tee bereits vor 1400 Jahren als Stimulans bei kräftezehrenden Meditationen. Über den Engländer Dr. Samuel Johnson (1709-1784), den Autor des umfassenden Wörterbuchs der englischen Sprache, wird gesagt, dass er sein Lexikon nur durch seinen hohen Teekonsum vollenden konnte. Wissenschaffliche Versuche ergaben, dass der Genuss von Tee geistige Prozesse wie Rechnen, Schreiben, Lesen und Auswendiglernen nicht nur beschleunigt, sondern auch verbessert.
Die Fehlerzahl verringerte sich bei den Testpersonen mit Tee um 25 Prozent. Dieser leistungssteigernde Einfluss des Tees erreicht nach 40 Minuten seinen Höhepunkt, nach siebzig Minuten ist er verschwunden. Den Gerbstoffen verdankt der Tee seinen Ruf als Heilmittel bei Darmerkrankungen. Sie wirken beruhigend auf Magen und Darm und dämpfen die Wirkung des Koffeins, indem sie dafür sorgen, dass es langsamer aufgenommen wird.
Der Gerbstoffgehalt ist am höchsten in der Blattknospe, er verringert sich mit Grösse und Alter des Blattes. Kalium aktiviert die Enzyme im Körper, Fluor wirkt karieshemmend. Mangan senkt den Blutzuckerspiegel und Theophyllin steigert die Kontraktionskraft des Herzens und wirkt gefässerweiternd sowie entwässernd, Theobromin ebenso entwässernd. Es ist ausser im schwarzen Tee auch noch in Kakaobohnen und Kolanüssen enthalten. Aus den Vitaminen der B-Gruppe wurde im Tee Thiamin, Folsäure, Pantothensäure, Niacin sowie Riboflavin gefunden. B-Vitamine steigern die Vitalität.
Die bakterien- und virushemmenden Wirkungen des Tees sind
unbestritten. Aus diesem Grund dienen sowohl schwarze als auch grüne Tees vorbeugend gegen Erkältungen, Grippe und Infektionskrankheiten. Darmerkrankungen wie Durchfall kann der schwarze Tee durch seine stopfende Eigenschaft heilen. Grüner Tee hat eine besonders breite Palette von Wirkungen:- Eine seiner Eigenschaften, die
man ohne wissenschaftlichen Versuch sofort spüren kann, wenn man etwas Unbekömmliches oder zuviel gegessen hat, ist seine verdauungsfördernde Wirkung.- Er wirkt alkalisch. Das heisst, er
kann Übersäuerung und Ablagerungen im Körper entgegenwirken.- Er beugt Arteriosklerose vor,
indem er die Umwandlung von Cholesterol unterstützt.- Auch eine positive Auswirkung
auf den Alterungsprozess wird grünem Tee nachgesagt: Japanische Wissenschaftler haben entdeckt, dass er die Superoxydbildung im Körper herabsetzt. Ihr Fazit: Jungbleiben durch grünen Tee.- Das im grünen Tee enthaltene
Katechin soll angeblich sogar Krebs vorbeugen, da es die Mutation von Körperzellen hemmt.- Er enthält ein Enzym, das hohen
Blutdruck verhindern kann.- Er soll angeblich die Ablagerung
von Strontium 90 im menschlichen Organismus herabsetzen. Strontium 90 ist beispielsweise in radioaktivem Fallout enthalten. Es lagert sich im Knochenmark des Körpers ein und zerstört es. Untersuchungen ergaben, dass durch den Genuss von grünem Tee die Aufnahme von Strontium 90 um 30 Prozent verringert werden kann.
Das Koffein im Kaffee wird bereits
im Magen aufgeschlossen, während das Kofifein im Tee zum grossen Teil erst vom Darmsaft aufgespalten wird. Die Teegerbstoffe bewirken ebenfalls eine Verzögerung der Aufnahme des Koffeins. Das bedeutet, während das Koffein des Kaffees sturzartig in die Blutbahn gelangt und den Körper aufputscht, geht der Prozess beim Tee gemächlicher vor sich.